Fall 3:
Abfall des Sauerstoffpuls
Abfall des Sauerstoffpuls bei einem Leistungstest eines Sportlers
Es stellt sich ein Sportler zum Leistungstest vor. Die arterielle Hypertonie wird mit Valsartan 320 und Amlodipin 10 behandelt. Körperlicher Befund und Echocardiographie sind ohne Befund. EKG: Sinusrhythmus mit einer HF von 44/min, damit bradykard, sonst ohne Befund. Ein Belastungs-EKG erfolgt bis auf 225 Watt (ebenfalls ohne Besonderheit). Es wurde eine Spiroergometrie durchgeführt. Ergebnisse: Siehe 9-Feldergraphik.

Frage:
Was könnte den kontinuierlichen Abfall des Sauerstoffpuls (Panel 2 nach Wasserman) oberhalb der AT erklären.
Antwort:
Die Verminderung des Sauerstoffpulses oberhalb der anaeroben Schwelle ist bedingt durch die fehlende Zunahme der Sauerstoffaufnahme (Siehe Panel 3 nach Wasserman) bei gleichzeitig weiterhin linear ansteigendem Puls. Interessant ist auch der unmittelbar nach Belastungsende ansteigende Sauerstoffpuls. Es stellt sich die Frage weshalb die Sauerstoffaufnahme nach der AT praktisch konstant bleibt.
Verschiedene Ursachen kommen in Frage:
- Verminderung des Schlagvolumens
- Abnahme des arteriellen Sauerstoffgehalts z. B. durch einen Rechts-Links Shunt über ein sich öffnendes Foramen ovale.
- Fehlerhafte Messung der expiratorischen Sauerstoffkonzentration.
- apparativ
- undichte Maske
Procedere:
Wichtig wäre meiner Ansicht nach die Messung der arteriellen Blutgase beziehungsweise der Sauerstoffsättigung mittels Puls-Oxymetrie während Belastung. Einen Shunt könnte man mit 100% Sauerstoff-Atmung beweisen. Geplant wird ein Cardio-MRT.
K.H. Rühle
Klinik für Pneumologie
Klinik Ambrock
58091 Hagen
