Geringe Anämie bei COPD erhöht die Dyspnoe und reduziert die Leistungsfähigkeit

Boutou AK, Stanopoulos I, Pitsiou GG, Kontakiotis T, Kyriazis G, Sichletidis L, Argyropoulou P. Anemia of chronic disease in chronic obstructive pulmonary disease: a case-control study of cardiopulmonary exercise responses. Respiration. 2011;82(3):237-45.

Fragestellung: Verschiedene Zytokine, die im Rahmen von chronischen Entzündungen freigesetzt werden, beeinflussen die Hämoglobin-Produktion und das Ansprechen des Knochenmarks auf Erythropoetin. Zur Häufigkeit der Anämie bei COPD und zur maximalen Leistungsfähigkeit stehen bis jetzt nur wenige und nicht ausreichend abgesicherte Daten zur Verfügung.

Methodik: In einer Studie bei 283 Patienten mit COPD konnten 29 Patienten (10,2%) mit einer leichtgradigen Anämie (anemia of chronic disease, ACD) identifiziert werden (Hb 11,6 +/-0,07 g/dl).  In einer aktuellen Studie wurden 27 Patienten mit ACD mit 27 gematchten Kontrollen verglichen.

Ergebnisse: Die Patienten wiesen einen höheren MRC-Dyspnoe Score (2,8 +/- 0,4 vs 2,1+/-0,6). Die VO2peak lag bei 59,5 +/- 21,4 vs 71,3 +/- 11,8 % des Solls. Die AT -besser als ventilatorische Schwelle bezeichnet- war tendenziell mit 48,5  +/-15,2 vs. 55,4 +/-10,0 % des Solls etwas geringer.

Fazit: Etwa bei jedem zehnten Patienten mit COPD wird durch eine relativ geringe Anämie die maximale Leistungsfähigkeit herabgesetzt und die Atemnot gesteigert. Vielleicht gelingt es in Zukunft, die Entzündung zu dämpfen und damit die Anämie zu beseitigen, sodass auch die körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert wird.


Kommentiert von: K.H. Rühle, Klnik Ambrock, Hagen